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vergrößerte Schilddrüse

von: Christoph Fischer

Suchbegriffe: Struma, knotige, nichtknotige, Struma diffusa

Häufigkeit: die Struma nimmt mit dem Alter zu: bei 65+ sind bei 40% Knoten in der Schilddrüse tastbar, und bei 80% im Ultraschall nachweisbar

HintergrundINFO: Verhindert SD-Hormon Knotenwachstum? Auf die Größenzunahme der Schilddrüse hatte die Hormongabe in den Untersuchungen keinen relevanten Einfluss.[1]

Was tun bei knotiger oder diffuser Struma?

Labor

TSH, Ca

Ultraschall

  • Es gibt von 2 Fachgesellschaften Empfehlungen
  • beide sprechen sich gegen ein Schilddrüsen-Krebs-Screening mittels Tastuntersuchung oder Ultraschalluntersuchung aus (AAFP und USPSTF)

Behandlung mit Schilddrüsenhormon

Es gibt Empfehlungen von 2 großen Fachgesellschaften der „American Association of Clinical Endocrinologists“ (AACE)  und der „European Thyroid Association“ (ETA):

  • Weder bei vergrößerter Schilddrüse (nicht knotige Struma) noch bei Knoten in der Schilddrüse (Knotenstruma) wird die lebenslange Gabe von Schilddrüsenhormon empfohlen!
  • Bei Vergrößerung der Schilddrüse soll die hormonelle Funktion der Schilddrüse durch Messung des schilddrüsenstimuliernden Hormons (TSH) erhoben werden
  • Die Größe der Schilddrüse soll durch Ultraschall bestimmt werden
  • Nach 6 und 12 Monaten sollte mittels Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden ob es zu starker Größenzunahme kommt.
  • Nur bei starker Größenzunahme soll eine SD-Hormongabe erwogen werden, TSH-Zielbereich 0.2-0,8mU/L
  • Wenn die Hormonbehandlung nach 6-12 Monaten nicht zumindest zu einem Wachstumsstopp führt, sollte die SD-Hormonbehandlung nach ausführlicher Beratung über mögliche Vor- und Nachteile im Einverständnis mit dem Patienten wieder abgebrochen werden

Verdacht auf autonome Knoten: Thyroxingabe ist fast immer sinnlos, wenn euthyreot beobachten[2]

Krebsrisiko von Schilddrüsenknoten: Eine Studie untersuchte gutartige Knoten mittels Feinnadenbiopsie  1-2 Jahre nach der ersten Probenentnahme, und fand keine Zunahme von bösartigen Knoten.[3] 

Risiken der Schilddrüsenhormongabe: Einem geringen Nutzen stehen bei Daueranwendung unerwünschte Arzneimittelwirkungen gegenüber:  Osteoporose, Belastung des Herzens, Zunahme von Vorhofflimmern: Nicht nur Patienten mit eindeutiger Hyperthyreose, sondern auch Personen mit subklinisch erhöhter Schilddrüsenfunktion haben ein deutlich vermehrtes Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln![4]

Kontranindikationen für SD-Hormongabe[5]

  • Alter >60,
  • Frauen nach dem Wechsel,
  • Osteoporose,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankte,
  • Personen mit einer Struma und niedrigem TSH schon vor Behandlungsbeginn

 

 

 

 

 

 

Literatur

[1] Bandeira-Echtler E, Bergerhoff K, Richter B. Levothyroxine or minimally invasives Therapies for benign thyroid nodules. Cochrane Databsae of Systematic Reviews 2014

[2] a r z n e i - t e l e g r a m m 8 / 9 4

[3] Larijani B, Pajouhi M, Basanhagh MH, et al.Role of levothyroxine suppressive therapy for benign cold nodules of thyroid: a randimozed, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Tgerapy 2005;2:883-8

[4] www.bmj.com/content/345/bmj.e7895

[5] Fast S.Bonnema SJ, Hegedüs L. The majority of danish nontoxic goitre patients are ineligible for levothroxine supressive therapy. Clin Endocrinolk (Oxf) 2008;69:653-58

Screening auf Schilddrüsenkrebs?

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